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Volleyball

Neues aus der Anstalt

Zwei neue Trainer im Kreuzverhör


Interview der neuen Trainer von Damen 1 (Chris D.) und Herren 1 (Phil K.)

In großen Fußstapfen

In der kommenden Saison werden die ersten Mannschaften mit neuen Trainern an den Start gehen. Beide haben sich drängenden Fragen zu ihrer Person gestellt.

Phil an Chris

1. Hallo Chris, vielen Dank für das Interview heute. Seit kurzem bist du der Trainer der Damenmannschaft des PSK. Erzähl uns bitte kurz, wie du zu der Aufgabe gekommen bist?

Das ist eine etwas längere Geschichte. Es fing relativ früh Ende des letzten Jahres an, als der damalige Trainer der Damen erklärte, seine letzte Saison zu trainieren. In einem ersten Schritt sprachen mich unsere Abteilungsleiterinnen an, ob ich mir das vorstellen könnte. Ohne Trainererfahrung war ich jedoch nicht sicher, dieser Aufgabe gewachsen zu sein. An sich hat es mich schon gereizt, darum habe ich mal nicht gleich „Nein“ gesagt. Im Verlauf schien sich das Ganze zu verfestigen und den Ausschlag gab dann ein Überraschungsbesuch der beiden Mannschaftsführerinnen, die mich mit großen Augen anschauten und fragten „Chriiihiis… willst du unser Trainer sein?“. Was sollte ich da sagen… ?

2. Wie würdest du dich selbst als Trainer beschrieben? Worauf legst du besonders Wert?

Phil, das sind jetzt gleich 2 Fragen, ich versuche sie mal zusammen zu beantworten. Ich glaube, dass ich mich als Trainer noch nicht wirklich gefunden habe und noch viel an mir und Mannschaft ausprobiere. Ich versuche, den Einzelnen zu verbessern und die Mannschaft zum Zusammenspielen zu bringen. Ich finde es wichtig, dass man bei uns mit Spaß bei der Sache ist, weil die Leute dann gerne trainieren. Etwas Druck ist auch wichtig, weil sich Volleyball so viel im Kopf abspielt. Aber hier kommt wieder der Spaß und Mannschaftsgeist zum Tragen. Alleine und verkrampft holt man im Volleyball nicht viel.

3. Was möchtest du in der nächsten Saison als Trainer mit der Mannschaft erreichen?

Das ist einfach. Mein Ziel ist, dass die Mannschaft am Ende der Saison alles abgerufen hat, was möglich war und wir auch auf dem Papier etwas zu feiern haben. Voraussichtlich werden wir nicht alle Spiele gewinnen. Ich schaue da eher von Spiel zu Spiel und mag ungern verlieren. Am Ende heißt das, dass man mit dem Team erfolgreicher sein möchte als es vorher war.

4. Wo erkennst du schon Stärken in deinem Team?

Die Damen sind eine eingespielte Mannschaft und kennen sich schon sehr lange. Es ist ein großer Zusammenhalt im Team und viele Spielerinnen haben eine gute Technik und können diese gewinnbringend einsetzen. Viele Dinge gehen über den Kampf und das kann die Mannschaft wirklich. 

5. An welchen Punkten muss deiner Meinung nach noch besonders gearbeitet werden?

Besonders arbeiten würde ich jetzt nicht sagen. Ich denke, dass wir in Hinblick auf Kraft und Zusammenspiel noch etwas mehr machen können. Das würde zusätzliche Möglichkeiten im Spiel geben und helfen, einige Fehler zu vermeiden. 

6. Nun nochmal zu deiner Person, was war dein größter sportlicher Erfolg?

Ich könnte ja jetzt sagen, dass ich mit über 35 und erst 4,5 Jahren Erfahrung im Volleyball noch bei einer ersten Mannschaft in der ersten 6 stehe, während die Mannschaft viel jünger und vom Beruf her  mehr Zeit zum Trainieren hat. Aber das weiß ich ja noch nicht, weil ich ja deine erste 6 noch nicht kenne. Ich bin auf jeden Fall stolz auf einige Halbmarathonläufe, weil man dort wirklich alleine mit sich selbst und seinem Körper ist. Ich kann die an einer Hand abzählen und der Lauf in Rostock 2012 bei Gewitter und Hochwasser war schon etwas Besonderes.

7. Zum Sport gehören immer auch Rückschläge, was war deine schwerste sportliche Erfahrung und konntest du im Nachhinein daraus profitieren?

Ich habe vor ca. 10 Jahren Fußball gespielt und mich da über die zweite an die erste Mannschaft heran gespielt. Nach 90 min bei der 2. wurde ich bei einem aussichtslosen Spielstand von 0-6 bei der 1. Mannschaft eingewechselt. Es gab Ecke gegen uns und der Ball traf mich unglücklich zum Eigentor. Ich war 10 Sekunden auf dem Platz. Ich hab damals gemerkt, dass ich dort an meinem Limit angekommen war und habe dann kurz danach auch mit Spielbetrieb Fußball aufgehört. Ich bin dann zum Volleyball und habe dort viele tolle Leute kennen gelernt.

8. Vielen Dank bis hierhin, gibt es zum Schluss noch etwas, dass du den Lesern oder deinem Team mitteilen möchtest?

Na klar. Die Saison geht im Oktober los und alle Volleyballmannschaften freuen sich, wenn mehr Leute als bisher zu den Spielen zum Zuschauen kommen. Es kostet keinen Eintritt und es gibt auf jeden Fall einen Sieger.

Chris an Phil

1. Phil, seit 6 Monaten bist du jetzt der neue Coach an der Außenlinie bei den Herren 1 des PSK. War das der Plan, nachdem du erst im letzten Sommer bei uns angefangen hast?

Beim PSK angefangen habe ich ja in der Mannschaft in der ich jetzt Trainer bin. Geplant war das ganz und gar nicht. Ich wollte nach 1,5 Jahren Volleyballpause einfach wieder spielen und das Gemeinschaftsgefühl eines Teams genießen. Nach meinem Ellenbogenbruch im Winter habe ich dann ein paar Mal das Training übernommen und wieder gemerkt, wie viel Spaß es mir macht Trainer zu sein. Dann hat eins zum anderen geführt und nun passt für mich alles perfekt.

2. Einige in der Mannschaft sagen, dass du den Stein zum Klassenerhalt in der letzten Saison gesetzt hast. Wie geht ein Messias mit diesen Ansagen um?

Zunächst einmal möchte Ich sagen, dass so eine Leistung wie sie in den letzten Spielen der Saison zustande gekommen ist immer von einem kompletten Team getragen wird.  Was ich gemacht habe war die Mannschaft an ihre Fähigkeiten zu erinnern und durch kleine taktische Umstellungen die individuellen Stärken herauszukitzeln. Dazu haben wir uns im Training stark auf unsere Annahme konzentriert und damit wirklich eine gute Basis für die Spiele geschaffen. Als Trainer habe ich also sicher meinen Anteil am Klassenerhalt, aber ein Messias bin ich deswegen noch lange nicht, auch wenn mir solche Aussagen natürlich schmeicheln.

3. Die Herren des PSK haben seit der Rückkehr in den Spielbetrieb mit dir innerhalb von 4 Jahren den 4. Trainer. Brauchen wir im Jahr 5 den 5. Trainer?

Ich denke zum Teil lag dies auch an der Entwicklung der Mannschaft, die wie ich das beurteilen kann doch recht schnell von statten ging. Ich möchte mich gemeinsam mit der Mannschaft entwickeln und so langfristig etwas aufbauen. Deshalb habe ich mich ja auch gemeinsam mit dir für den C-Trainerschein angemeldet. Ein großer Traum von mir ist es auch einmal mit einem Volleyballteam Meister zu werden und dieses Potential sehe ich durchaus in der Mannschaft. Was dann die Zukunft bringt kann natürlich keiner sagen, aber wenn die Strukturen weiter so wachsen wie jetzt bin ich davon überzeugt, dass es noch lange mit der Mannschaft und mir als Trainer weiter gehen kann.

4. Nach einer schlimmen Verletzung im Winter hast du es bisher nicht wieder auf das Spielfeld zurückgeschafft. Kommt noch einmal ein Frühling für Phil K. in dem er die Knieschoner anzieht?

Da ich schon seit Jahren nicht mehr mit Knieschonern spiele, wohl eher nicht. Die Verletzung war wirklich ein herber Rückschlag für mich, da ich gerade erst damit begonnen hatte in alte Form zurück zu finden. In einer Herrenmannschaft wie sie jetzt antritt sehe ich mich tatsächlich nicht mehr, auch weil ich fitnessmäßig inzwischen sehr weit weg davon bin. Was ich mir vorstellen kann ist irgendwann im Herbst einer Volleyballkarriere einmal eine Jugendmannschaft zu trainieren und dann gemeinsam mit dieser nochmal aufs Volleyballfeld aufzulaufen. Aber das ist ferne Zukunftsmusik. Zurzeit will ich mich aber voll und ganz aufs Trainerdasein mit der Herren 1 fokussieren.

5. Als Spieler habe ich dich in den letzten Monaten als ehrgeizigen Perfektionisten kennen gelernt. Mit welchem Saisonergebnis wärst du nach der kommenden Saison glücklich?

Das stimmt, an mich selbst stelle ich immer sehr hohe Ansprüche, als Trainer muss man da aber auch realistisch sein und einen klaren Blick behalten. Als Saisonziel habe ich den 4ten Platz ausgegeben. Wenn man sich die Liga anschaut ein durchaus ehrgeiziges Ziel für eine Mannschaft die gerade so dem Abstieg entgangen ist. Ich erkenne aber großes Potential in der Mannschaft und glaube fest daran, dass wir das wirklich schaffen können. Viel wichtiger als der Tabellenstand ist mir aber, dass sich die Mannschaft weiterentwickelt und wir am Ende der Saison besseren Volleyball spielen als jetzt. Erfolge werden sich dann von ganz alleine einstellen.

6. Du hast zusammen mit einem Freund einen Podcast (P.S.: Sucht nach „From Bangkok to Bogota“) und bist auch vom Typ her ein Entertainer und lachst gern. Hast du manchmal Respekt davor, zu nah an der Mannschaft zu sein oder den nötigen Ernst in der Mannschaft bei wichtigen Entscheidungen zu haben?

Ich denke in den meisten Fällen ist es ein Vorteil, dass ich mit den Spielern ein freundschaftliches Verhältnis habe. Ich merke, wie die Spieler mir gegenüber sehr offen sind und viele gute Ideen mit einbringen. Dazu kommt, dass es eine gewisse Lockerheit schafft und Freiraum für Spaß lässt, der im unteren Liegenbereich in dem wir uns befinden besonders wichtig ist. Ich denke auch, dass ich durch meine aufgeweckte Art ein guter Motivator für das Team sein kann. Das Team hat viele eher ruhige Charaktere und dazu kann ich ein guter Ausgleich sein. Manchmal habe ich aber auch eine wenig Sorge nicht ernst genug genommen zu werden. Weniger bei den wirklich schweren Entscheidungen, sondern mehr im regulären Trainingsbetrieb. Da hoffe ich, dass ich den Spielern klar zeigen kann, wann aus meiner Sicht Ernsthaftigkeit angesagt ist und wann Zeit für Blödsinn ist. An den Spieltagen die Ich bis jetzt coachen durfte, hatte ich hingegen immer das Gefühl, dass mir die Mannschaft zu 100% vertraut und das auch in schwierigen Situationen.

7. Satzpause. Wir liegen 0-2 nach Sätzen zurück. Was erzählst du uns als Anekdote aus deinem aktiven Volleyballleben, damit wir weiter an den Sieg glauben?

Wenn wir 0:2 hinten liegen ist eigentlich keine Zeit für Geschichten, dann möchte ich es als Trainer schaffen der Mannschaft konkrete Anweisungen zu geben, wie wir den Gegner schlagen können. Da ich aber den Lesern nicht den Spaß verderben will, folgende Geschichte von dem wohl besten Spiel, dass ich abgeliefert habe: Damals, noch in Rastatt, wir liegen 1:2 hinten gegen Neuweier unseren ständigen Rivalen. Im 4ten Satz steht es 8 zu 17 gegen uns, aber wir glauben die ganze Zeit an uns. Durch viel Kampfgeist und ein paar gute Aufschlagserien drehen wir den Satz und das Spiel. Ich war total im Flow und war bei jedem Ballwechsel mit 100% auf diesen einen Punkt fokussiert. Das Spielen von Ball zu Ball ist in solchen Situationen besonders wichtig aus meiner Sicht und das würde ich meinen Spielern dann auch sagen.

8. Satzpause. Wir liegen 2-0 nach Sätzen vorn. Was erzählst du uns als Anekdote aus deinem aktiven Volleyballleben, damit wir nicht leichtfertig werden?

Wahrscheinlich wäre es das Beste mit einem positiven Beispiel zu reagieren, da würde ich die Mannschaft gerne an unser Spiel in Durmersheim erinnern. Dort haben wir super konzentriert gespielt. Wenn man in den ersten 2 Sätzen gut ist, muss man immer versuchen, im dritten Satz noch einen drauf zu setzten, besonders hart arbeiten und dem Gegner zeigen, dass man nicht nachlässt. Aus meiner aktiven Karriere fällt mir da ein besonderes Gegenbeispiel ein. Damals haben wir gegen den Meister dieser Saison Hagsfeld gespielt. Damals waren viele Spieler von dort technisch noch nicht so ausgebildet wie heute. Wir waren in den ersten zwei Sätzen absolut dominant und haben den 2ten Satz zu nur 7 Punkten gewonnen. Das war der perfekteste Satz den ich je von einer Mannschaft gesehen hatte. Keinen einzigen Fehler haben wir uns erlaubt und die 7 Punkte hatte sich der Gegner hart erarbeitet. Im dritten Satz hatten wir mit der Partie schon abgeschlossen und diesen dann verloren, obwohl wir an dem Tag die viel bessere Mannschaft waren. Das Spiel ging dennoch an uns aber hätten wir auf dem Niveau des 2ten Satzes weiterspielen können wäre es ein legendärer Spieltag geworden.

9. Stell dir vor, ich bin ein neuer Spieler und komme in dein Training. Ich habe eine Supertechnik, kann Bälle schlagen und bin irrsinnig schnell. Womit kannst du in den ersten Probetrainings überzeugen, dass ich in deine Mannschaft komme? 

Das ist endlich mal eine einfache Frage. Bei uns im Training wirst du schnell Teil einer Mannschaft die einen sehr freundlich aufnimmt. Unser Training beginnt immer mit Spaß und endet mit motiviertem Volleyballspiel. Zwischen drin bekommst du die Möglichkeit deine Technik durch gut vorbereitete, abwechslungsreiche Übungen und persönliches Feedback zu verbessern. Außerdem lernt man immer etwas Neues übers Volleyballspielen.

Wir wünschen beiden Mannschaften den maximalen Erfolg mit ihren Mannschaften.

30.07.2018

Phil K. und Chris D.