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Aikido

Chronik

Der Anfang

Die Gründung der Aikido Gruppe im damaligen Postsportverein Karlsruhe e. V. (PostSV) ist mit Robert Vetter einem engagierten Judoka zu verdanken. Als Leiter der Judoabteilung und Präsident des Deutschen Judobundes, ermöglichte er es Horst Friese, der sich nach seiner Prüfung zum erstenKyu bzw. braunen Gurt vom Budo Club Karlsruhe trennte, im Postsportverein Karlsruhe e. V. ein neues Zuhause zu finden. Es spricht für die Sportverbundenheit Roberts, daß er als Judoka eine andere Budo Disziplin in den Verein holte und sie der Judoabteilung angliederte. Der erste Anfängerkurs unter der Leitung Horst Frieses fand im Jahr 1973 statt. Weitere Kurse schlossen sich kontinuierlich an, so daß die Aikido Gruppe innerhalb kurzer Zeit zu einem festen Bestandteil des Sportangebotes des Vereins wurde. Die ersten Gürtelprüfungen fanden ebenfalls bald statt, so daß es durch die verschiedenen Farben der Gürtel der Teilnehmer auf der Matte immer bunter zuging. Nachdem sich die Aikido Gruppe gefestigt hatte, konnte Horst mit seinen Vorbereitungen auf die Prüfung zum ersten Dan beginnen und später mit ihrem Bestehen erfolgreich abschließen. In diese Zeit fiel auch die Gründung des neuen Verbandes Deutscher Aikido-Bund e. V. (DAB) unter Horsts persönlicher Mitwirkung in Bad Bramstedt am 10.04.1977. Dies hatte zur Folge, daß die Aikidoka des Vereins, die bisher zum Deutschen Judobund gehörten, in den neu gegründeten Verband wechselten. Nach einigen Jahren erfolgreicher Trainertätigkeit beendete Horst Friese im Jahr 1978 leider sein Engagement in der Aikido-Gruppe aus persönlichen Gründen.

Auf und Ab

Inzwischen waren zum Glück Alfred Greuling und Bernd Reinhardt, die an den ersten Anfängerkursen Horsts teilgenommen hatten, mit dem zweiten Kyu bzw. blauen Gürtel so weit fortgeschritten, daß sie das Training gemeinsam und Alfred die Leitung der Gruppe übernehmen konnten. Bernd hatte zwar schon im Budo Club Karlsruhe Training gegeben, aber da beide in Karlsruhe keinen Lehrer hatten und sich ihre Kenntnisse ausnahmslos auf Lehrgängen aneignen mußten, konnten Alfred und Bernd erst 1981 bzw. 1985 den ersten Dan erwerben. Alfred qualifizierte sich schließlich bis zum dritten Dan, wodurch es ihm möglich war, selbst fast alle Gürtelprüfungen zu Schülergraden abzunehmen. Weil Karlsruhe relativ viele Studenten hat und sich damals ein großer Teil der Aikido Gruppe aus ihnen rekrutierte, wurden zwar auch einige Dan-Träger wie z. B. Ulrich Paul herangezogen, die dann auch teilweise das Training mit übernahmen, jedoch letztlich aus beruflichen Gründen Karlsruhe verließen, was jedes Mal einen nicht unerheblichen Aderlaß für die Gruppe bedeutete. In dieser Zeit haben wir auch einen Vereinslehrgang in der Sportschule Schöneck auf dem Turmberg oberhalb Durlachs veranstaltet. Als Trainer konnte unser damaliges Mitglied Peter Neuhaus seinen ehemaligen Trainer Reiner Brauhardt gewinnen, der damals noch Trainer der im Deutschen Judobund verbliebenen Aikidoka war. Der Lehrgang war ein großer Erfolg, hat uns aber danach viel Ärger eingebracht, hatten wir es doch gewagt, einen verbandsfremden Trainer einzuladen, ohne dies von oben genehmigen zu lassen.

Aus beruflichen Gründen wechselte Alfred im Jahre 1993 in den Großraum Frankfurt und stand leider nicht mehr als Trainer zur Verfügung. Bernd Reinhardt übernahm daraufhin die Leitung der Gruppe und das Training am Dienstag. Das Freitagstraining ging auf Dieter Brodd über, der später auch den ersten Dan erwarb. Nachdem er sein Studium erfolgreich mit der Verleihung des Diploms abgeschlossen hatte, verließ Dieter leider den Karlsruher Raum und Eduard <abbr>Edi</abbr> Zepp folgte ihm als Trainer nach. Da Bernd und Edi fast von Anfang an der Aikido-Gruppe angehörten, konnten sie die Kontinuität wahren, und durch die Aufteilung hatten sie auch als Trainer Gelegenheit, selbst zu trainieren. Edi konnte neben seinem braunen Gurt bzw. ersten Kyu im Aikido außerdem seine große Erfahrung in anderen Budo Disziplinen einbringen. Er hatte zunächst Ju-Jutsu betrieben und stieß dann zur Judo Abteilung des Vereins. Dort brachte er es nach langjährigem Training bis zum dritten Dan und kam wie andere auch mit dem Aikido in Kontakt, zu dem er schließlich endgültig wechselte. Leider flammte im Sommer des Jahres 1999 eine schwere Erkrankung bei ihm wieder auf, die eine weitere Trainertätigkeit verhinderte.

Daraufhin übernahm Andreas Frick im Herbst des Jahres 1999 das Training am Freitag, und nach seiner bestandenen Prüfung zum ersten Kyu bzw. braunen Gurt im Jahr 2000 legte er noch im gleichen Jahr auch erfolgreich die Prüfung zum lizenzierten Übungsleiter bzw. Trainer-C ab. Die seitdem von ihm, anfänglich mit Assistenz durch Christa Burkart, endlich wieder regelmäßig durchgeführten Anfängerkurse waren teilweise sehr erfolgreich und führten dazu, daß die Gruppe auf zeitweilig mehr als dreißig Mitglieder anwuchs. Auf seine Initiative hin können die Aikidoka seit dem Jahr 1999 auch am Landestraining des Aikido Verbandes Rheinland-Pfalz (AVRP) in Worms bzw. Frankenthal teilnehmen, und er verhalf der Gruppe bei Zeiten zu eigenen WWW-Seiten, was die Außenwirkung erheblich verbesserte. Seit 2014 leitet außerdem Karl-Heinz Geiger (1. Dan) freitags das Training.

Heute

Gegenwärtig (2017) hat die Gruppe etwa zwanzig Mitglieder. Neben der Verbindung zum Aikido Verbandes Rheinland-Pfalz (AVRP) gibt es gute Kontakte zur Aikido Abteilung des 1. Bruchsaler Budo Clubs e. V., der ebenfalls dem Deutscher Aikido-Bund e. V. (DAB) angehört.

Autoren

Diese Chronik basiert auf einem Text Bernd Reinhardts, verfaßt für die Jubiläumsausgabe des PSK Kuriers anläßlich des 75. Jahrestages der Gründung des Postsportvereins Karlsruhe e. V. (PostSV) im Jahr 2002, ergänzt und bearbeitet durch Andreas Frick unter Zuhilfenahme der Erinnerungen Alfred Greulings und anderer alter Recken.